September 2016



Mein Besuch auf der Photokina endete mit einem Vortrag





Unter dem Titel "Göttlicher Fotografieren - Motive sehen, Experimente wagen, durch Stil überzeugen" hatte die diesjährige Photokina doch tatsächlich ihren Höhepunkt in dem Moment, als sie mich von der Kanzel sprechen sah. (Kleiner Scherz!)

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Es war ehrlich eine spannende Erfahrung! Eine Messe hat ja durchaus etwas Marktschreierisches, denn wenn man oben auf der Bühne steht und einem die Stunde geschlagen hat, die es nun gilt, mit einem anspruchsvollen Vortrag zu füllen, so fällt einem als erstes der Text nicht mehr ein. Gut, dass ich mir ein paar Stichpunkte gemacht hatte, denn mein leicht philosophisch angehauchter Diskurs zum Thema "Das Wesen der Fotografie" folgte einer bestimmten inneren Logik, die ich ja vor dem Publikum auszubreiten hatte.





Der Vortrag entwickelte sich zu einer lustigen Gesprächsrunde von der Kanzel herab.





Die Kollegen von Rheinwerk stellten mein buch extra gut sichtbar ins Regal.



Als Fotograf, der ich die Fotografie in erster Linie als einen Beruf ansehe, in dem ich, besonders im Editorial oder für einen Kunden, eine gute Arbeit abzuliefern habe, bin ich ein Dienstleister. Ich diene meinem Auftraggeber mit meinem visuellen Können und verwende die Techniken des Storytelling, um meine Bilder ansprechend zu präsentieren. Die Geschichte der Fotografie, das, was andere vor mir gemacht haben und was Kollegen an anderen Orten auf der Welt momentan tun, dient mir als Referenz und Quelle der Inspiration. Ich muss stets informiert sein und sowohl aktuelle Trends als auch Tendenzen kennen, ebenso wie das, was die Fotografie zu dem gemacht hat, was sie heute ist. All das habe ich in meinem Vortrag darzustellen versucht, denn es ist ja auch das, was mich zu einem Autoren beim Rheinwerk-Verlag hat werden lassen.





Auf der Standparty bei Rheinwerk gab es ein lustiges Treffen von Autoren und Publikum.



Dennoch spüre ich als Berufs-Fotograf den Konflikt, der auch auf einer Messe vorhanden ist, denn es ist in zunehmendem Maße der Foto-Amateur, der den Markt beherrscht und die Klientel darstellt, für welche ein Verlag seine Bücher produziert. So bedeutet ein Vortrag eben auch einen Spagat, wie auch ein Buch einen Spagat darstellt, denn man versucht auch auf diesen (wachsenden) Markt einzugehen, auch wenn er eine andere Sprache erfordert und einen anderen Anspruch hat.


Der Foto-Amateur ist ja eher ein Liebhaber der Fotografie, findet in ihr Zerstreuung und Abwechslung und sieht sie als Hobby an. Er wünschst sich ja meist nichts anderes, als einfach tolle Bilder machen zu können, die in sozialen Netzwerken viele gute "Kritiken" bekommen. Als Autor weiss ich das, als Redner lerne ich es grade. Auf mein Publikum im richtigen Maße einzugehen und mir gleichzeitig treu zu bleiben, darin liegt die Herausforderung für mich und meine Rolle in der Fotografie.