Der Kreative Prozess im Blog, April 2016



Fotografieren auf der Baleareninsel Mallorca, Teil 1



Das iPhone als nützliches Hilfsmittel





Unterwegs dokumentiere ich mit der Kamera im iPhone schnell und unkompliziert meine Routen und meine Vorgehensweise. © Björn Göttlcher





Ein kreativer Prozess hat immer einen Anfang und ein Ende. Das Arbeiten an einem Projekt bedingt eine methodische Vorgehensweise. In meiner kleinen Reihe "Der kreative Prozess" schreibe ich über meine Arbeit an meinem neuen fotografischen Projekt über die Baleareninsel Mallorca, die ich über das Jahr 2015/2016 hinweg bereise.





Diesee Schild begrüßt die besucher der Fiesta © BJÖRN GÖTTLCHER





Traditionen werden auf mallorca vielerorts gepflegt. Die Vorbereitungen sind oft mühsam, aber die Beteiligten helfen sich gegenseitig. © BJÖRN GÖTTLCHER





Die Menschen lieben es, sich mit den Demonis fotografieren zu lassen © BJÖRN GÖTTLCHER



Spätestens im Frühjahr des Jahres 2016 kommt bei mir Panik auf. Mein Projekt ist noch nicht einmal zur Hälfte fertig, doch ich werde mir schmerzlich bewusst, wie groß und umfangreich das Thema ist. Die Insel Mallorca in eine Form zu pressen, fällt mir schwer. Ich spüre viele Interessenkonflikte, die in mir arbeiten, je mehr ich erfahre und mit eigenen Augen sehe. Was kann ich tun, um diesem Chaos Herr zu werden? Ich kann anfangen, mich selbst zu ordnen. Das will ich tun, indem ich meine Gedanken ordne und meine Herangehnsweise an die vielen Themen methodisch sortiere. Das iPhone hilft mir dabei, keine Frage. Es ist immer dabei. Es dient mir als Quelle der Nachrichtenbeschaffung, da ich mit ihm recherchieren kann, wo immer ich will und muss. Es dient mir zur Dokumentation, wenn ich mir visuelle Skizzen mache oder wenn ich Motive quasi "am Wegesrand" sehe. Ich kann von unterwegs Belege meiner Arbeit aufnehmen und mithilfe der unterschiedlichen Apps Fotos in sozialen Netzwerken posten, was ja auch von den Followern, die man hat, gerne gesehen wird. Außerdem ist die Auflösung des iPhones groß genug, so dass Bilder auch gedruckt werden könnten, so sie das finale Editing überstehen.

Und seit Neuestem verwende ich das Telefon auch als Infoquelle für die zahlreichen Logins und Passwörter, die mir meine Wordpress- oder Twitter-Acounts ständig abverlangen. Auf einem separaten Zettel notiert, trage ich das Bild einer Reproduktion dieser Login-Daten in meinem Bildarchiv mit mir herum. Eine Hacker-freie Methode, wie ich finde (und hoffe).





Man sieht die Freude am Spektakel bis in die Gesichter der menschen © BJÖRN GÖTTLCHER





Obwohl ich mir bei dieser Aufnahme nicht sicher war, an welche Dämonen diese jungen Mädchen gerade dachten. © BJÖRN GÖTTLCHER



Als ich es endlich geschafft hatte, mich aus der Menschentraube zu befreien, schlenderte ich nach Atem ringend durch Seitenstraßen und besah mir das dortige Treiben. Über den ganzen Ort verteilt sind an den Kreuzungen riesige Scheiterhaufen in Brand gesteckt worden, an denen sich Menschen ergötzen oder wärmen. Oder vor den Flammen flüchten, so diese vom Wind angefacht, in die Höhe schlagen. Diese Feuer, auf mallorquinisch Foguerons, lodern oft so hoch an den Wänden umliegender Häuser, daß mir bange wird ob der Brandschutz-Auflagen. Doch anscheinend haben die Menschen viel Erfahrung mir diesen Feuern und genießen es, sie brennen zu sehen und sich dann in aller Ruhe in der Glut das Essen zu grillen. Viele haben sich ihr Fleisch extra dafür mitgebracht. Während also einige Häuserzeilen von mir entfernt Trommeln schlagen und Böller knallen, genieße ich zum Ausklang meiner Fiesta ein Bier und eine leckere Bratwurst direkt am Feuer, gemeinsam mit einigen Nachbarn, die mich zu sich eingeladen haben. Das ist die Wintersonnenwende auf Mallorca. Hoch lebe der Heilige Sant Antoni!





Hauptsache, der Bürgermeister hatte seine Aufnahme im kasten. © BJÖRN GÖTTLCHER





Tanz der Dämonen © BJÖRN GÖTTLCHER





Während am Marktplatz die Böller hochgehen, brennen in den Seitenstrassen die feuer © BJÖRN GÖTTLCHER





Das Gemütliche Miteinander am Feuer gehört dazu. © BJÖRN GÖTTLCHER